Strong Angel Caroline erzählt Ihre Geschichte

Von der Brustkrebsdiagnose zum Muddy Angel Run

Hallo alle miteinander!

Mein Name ist Caroline und ich bin 40 Jahre alt.

Alles begann an einem Freitag im August 2016. Durch Zufall entdeckte ich in meiner linken Brust eine Verhärtung. In der Erwartung, dass meine Frauenärztin mir bestätigt, dass es sich nur um eine harmlose Milchdrüse handelt, ging ich an dem Montag in ihre Praxis. Tja, nichts mit „Alles in Ordnung“.

Die Diagnose Brustkrebs und der erste Schock

Für den nächsten Tag wurde gleich eine Mammografie angesetzt, um eine eindeutige Diagnose treffen zu können. Es war sowohl eine harmlose Ursache (Brustentzündung) als auch eine sehr unschöne Ursache (Tumor) möglich. Nach Mammografie und Stanzbiopsie erhielt ich am 25. August 2016 die Diagnose: sehr aggressiver und schnellwachsender hormonabhängiger Tumor, der ca. 4 cm groß war. Der Schock war natürlich sehr groß. Bis hin zu diesem Tag macht man sich noch Hoffnung, dass es eine harmlose Erklärung gibt für alles. Das änderte sich an diesem Tag schlagartig. Und dabei lief doch alles so super. Ich hatte im Juni ein neues Beschäftigungsverhältnis begonnen, die Arbeit machte Spaß, die Kollegen waren super. Ein ruhiges schönes Fahrwasser.

Strong Angel Caroline
Operationen, Chemotherapien und meine Unterstützer

Zunächst war eine Operation geplant. Allerdings wurde diese aufgrund der Größe des Tumors erstmal verschoben, da man so nicht brusterhaltend hätte operieren können. Zusätzlich zum Tumor muss ja auch immer noch gesundes Gewebe entfernt werden, um sicher zu gehen, dass alles erwischt wurde. Und obwohl ich recht gut ausgestattet bin, wäre trotzdem nicht viel übrig geblieben. Also: Eine neoadjuvante Chemo für ein halbes Jahr, anschließend Operation, Bestrahlung, Anschlussheilbehandlung und Wiedereingliederung.

Mädels, ich kann euch sagen: Das war ein echt hartes und teilweise auch besch….eidenes Jahr.

Während der Chemo quälte mich die Übelkeit und die Konditionsschwäche (Im Neujahr 2017 war ich bei einem Spaziergang nach ca. 500 m absolut fertig). Der Haarausfall machte mir auch sehr zu schaffen. Meine Haare waren immer mein ganz besonderer Stolz gewesen und als sie ausfielen, heulte ich Rotz und Wasser.

Aber ich habe auch unheimlich viel Unterstützung erfahren: Meine Familie, Freunde und mein Mann. Ich hatte (und habe) ein sehr tolles soziales Netz, das mich super aufgefangen hat und mir Mut und Kraft gegeben hat. Die meisten Freundschaften haben sich sogar noch intensiviert.

Wie ich mich zurück gekämpft habe

Ja, besonders am Anfang der Diagnose habe ich oft geweint. Aber generell habe ich mir gesagt, du schaffst das. Du überlebst die Erkrankung und danach kann Dich nichts mehr so schnell umhauen. Wenn ich mal traurig war oder Angst hatte, habe ich das zugelassen und herausgelassen und dann ging es weiter. Unter der Chemo ist DAS DING von fast 4 cm auf unter 1 cm geschrumpft. Ein voller Erfolg also! Im März 2017 wurde ich innerhalb von zwei Wochen, zwei Mal operiert. Unter dem Mikroskop waren noch aktive Zellen zu finden, sodass ich nach der ersten OP nochmal operiert werden musste. Nachdem ich mich dann davon erholt hatte, begann im Mai die Bestrahlung. 30 Bestrahlungen waren geplant, nach 26 Bestrahlungen musste abgebrochen werden, da die Haut absolut auf war. Ich konnte teilweise nur im Sitzen schlafen, da ich bei jeder Muskelanspannung vor Schmerzen an die Decke ging. Zwei Wochen lang jeden Tag drei Ibu 800. Eine sehr schlimme und schmerzhafte Zeit. Aber auch das habe ich überstanden. In der Anschlussheilbehandlung in St.-Peter-Ordnung konnte ich mich vier Wochen von den Strapazen erholen. Eine wunderbare Zeit mit tollen Begegnungen und neuen Freundschaften. Anschließend machte ich meine Wiedereingliederung und ab Ende Oktober 2017 habe ich wieder Vollzeit gearbeitet.

Strong Angel Caroline und ihr Team
Und dann kam der Muddy Angel Run…

Im September 2017 sah ich bei einer Bekannten die Fotos und Erlebnisse vom  Muddy Angel Run 2017. Mein erster Gedanke war: Neeee, das ist ja gar nichts für mich. ICH und durch den Schlamm robben? Schon als Kind mochte ich es nicht, im Sandkasten zu spielen. Und dann noch bei meiner gerade erst neu erwachenden Kondition. Aber irgendwie ließ es mir auch keine Ruhe mehr. Es sah nämlich nach unheimlich viel Spaß aus und die liebe Alex (die Teamleiterin) gründete schon das Team für 2018. Vielleicht sollte ich mich auch einfach mal überwinden und meine Komfortzone verlassen und mich darauf einlassen. Nach dem was ich im letzten Jahr geschafft habe, müsste ich das hier auch hinkriegen. Außerdem lerne ich auch gerne immer wieder neue Leute kennen. Ich habe mich dann tatsächlich angemeldet und freute mich sehr, eine Strong Angel-Karte zu bekommen. Eine liebe Freundin von mir hat erfahren, dass ich da mitmache und schloss sich spontan an. Da freute ich mich natürlich noch mehr.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich mich gar nicht so gezielt auf den Muddy Angel Run vorbereitet habe. Meine Kondition wurde zwar nach und nach besser. Zusätzlich auch durch meine dreiwöchige Reha im Sommer 2018, aber als besonders fit und sportlich würde ich mich nicht bezeichnen. Aber nun gut: Ich war gespannt, wie es wird.

Meine Emotionen und Gefühle zum Muddy Angel Run

Früh am Morgen des 1. September 2018 fuhr ich mit meiner Freundin nach Hamburg. Wir hatten unsere Team-Shirts der Schlamm-Beauties an. So fanden wir dann schnell die Anderen unseres Teams. Wir waren eine supernette Gruppe. Nach dem Warm-Up ging es dann um 10 Uhr für uns los. Das Schöne war, dass jeder in seinem Rhythmus laufen, walken oder gehen konnte. Die erste Herausforderung war schon das Schlammbecken. Oha, da musste ich mich überwinden! Aber nachdem ich einmal schmutzig war, war es mir dann auch egal. Es hat einfach Spaß gemacht. Ich hatte zwar nicht die Kondition, den ganzen Weg laufend zurück zu legen, aber das war auch gar nicht schlimm.

Das eine oder andere Hindernis habe ich auch mal ausgelassen, was ebenfalls möglich ist. Es ging um den Spaß und das Dabeisein. Beweisen muss man da NIEMANDEM etwas. Keiner aus dem Team hat komisch geguckt, als ich nur walken konnte. Man hat sich gegenseitig geholfen. Eine rundum tolle Stimmung. Als wir dann gemeinsam als Team im Ziel ankamen (es gab auch keine Zeitmessung, sondern das Ankommen war Sieg genug), das war einfach ein tolles Gefühl. Ich habe keine Sekunde bereut, mitgemacht zu haben und habe mich schon für 2019 angemeldet.

Wer noch zögern sollte, ob das zu bewerkstelligen ist? JA, ist es. Es war ein rundum toller Tag. Trotz der Strapazen und Einschränkungen durch diese Krankheit kann ich stolz sagen: ICH HABE DEN MUDDY ANGEL RUN zusammen mit meinem Team gerockt und es war einfach TOLL!

Alles Liebe und die besten Wünschen für euch alle!

Caroline

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